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Ratgeber

Adipositas: Wann eine ärztliche Fernbehandlung infrage kommt

Ratgeber: ärztliche Fernbehandlung bei Adipositas

Ein Praxistermin wegen des Gewichts fällt vielen Menschen schwer, etwa aus Zeitgründen, wegen langer Wege oder weil frühere Gespräche als belastend erlebt wurden. Eine ärztliche Behandlung aus der Ferne kann den Zugang erleichtern. Dieser Ratgeber erklärt, für wen sie bei Adipositas infrage kommt, was Sie vorbereiten sollten und in welchen Situationen eine Praxis vor Ort unverzichtbar bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Fernbehandlung beurteilt eine Ärztin oder ein Arzt Ihre Angaben, ohne Sie persönlich zu untersuchen. Das ist nur vertretbar, wenn die Angaben dafür ausreichen.
  • Geeignet sein kann sie für Erwachsene mit bekannten Diagnosen und stabiler Gesundheit, die ihre Werte vollständig und ehrlich angeben.
  • Nicht geeignet ist sie bei akuten Beschwerden, unklaren Ursachen der Gewichtszunahme, Schwangerschaft, Essstörungen oder bei Minderjährigen.
  • Laborwerte, körperliche Untersuchungen und regelmäßige Kontrollen bleiben Aufgabe einer Praxis vor Ort.

Was ärztliche Fernbehandlung bedeutet

Von Fernbehandlung spricht man, wenn Beratung und Behandlung ohne persönlichen Kontakt in der Praxis stattfinden. In Deutschland erlaubt die ärztliche Berufsordnung seit 2018 unter bestimmten Voraussetzungen eine ausschließliche Behandlung aus der Ferne: Die Behandlung muss ärztlich vertretbar sein, und die gebotene Sorgfalt muss gewahrt bleiben. Auch in der Schweiz gilt: Die ärztliche Sorgfaltspflicht ist unabhängig vom Kommunikationsweg zu erfüllen.

Bei einer Online-Anfrage für eine Gewichtsbehandlung beruht die ärztliche Entscheidung in der Regel auf einem strukturierten medizinischen Fragebogen. Die Ärztin oder der Arzt wertet die Angaben aus, prüft Risiken und Gegenanzeigen und entscheidet, ob eine Verordnung vertretbar ist. Reichen die Informationen dafür nicht aus, ist eine Ablehnung oder der Rat zur Abklärung vor Ort die medizinisch richtige Antwort.

Für wen eine Fernbehandlung passen kann

Eine Behandlung aus der Ferne kann sinnvoll sein, wenn die gesundheitliche Situation überschaubar ist und sich gut schriftlich beschreiben lässt. Das trifft zum Beispiel zu, wenn Sie:

  • volljährig sind und Ihr Gewicht, Ihre Größe und idealerweise Ihren Taillenumfang selbst messen können,
  • über Ihre Diagnosen und Medikamente Bescheid wissen und keine akuten Beschwerden haben,
  • bereits Erfahrung mit Ernährungsumstellung und Bewegung gesammelt haben,
  • für Kontrollen ohnehin eine Hausarztpraxis haben, in der Laborwerte bestimmt werden können.

Nicht geeignet ist eine Fernbehandlung in der Regel, wenn die Gewichtszunahme plötzlich und ohne erkennbaren Grund aufgetreten ist, mehrere schwere Erkrankungen gleichzeitig bestehen oder Hinweise auf eine Essstörung vorliegen. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Kinderwunsch sowie bei Kindern und Jugendlichen gehört die Behandlung in eine persönliche ärztliche Betreuung. Welche medizinischen Kriterien für GLP-1-Medikamente gelten, beschreibt der Beitrag: Abnehmen mit GLP-1-Medikamenten: Für wen es infrage kommt.

Diese Angaben sollten Sie vorbereiten

Die Qualität der ärztlichen Entscheidung hängt direkt von der Qualität Ihrer Angaben ab. Nehmen Sie sich Zeit und legen Sie folgende Informationen bereit:

  • Messwerte: aktuelles Gewicht (am besten morgens, mit derselben Waage), Körpergröße, Taillenumfang und, falls möglich, einen aktuellen Blutdruckwert.
  • Diagnosen und Vorgeschichte: etwa Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Erkrankungen von Herz, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase sowie frühere Operationen.
  • Medikamente: alle regelmäßig eingenommenen Arzneimittel, einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln und Mitteln zur Verhütung.
  • Laborwerte: falls vorhanden, zum Beispiel Langzeitblutzucker (HbA1c), Blutfette, Nieren- und Leberwerte.
  • Frühere Abnehmversuche: Programme, Medikamente und deren Verträglichkeit.
  • Persönliche Situation: Schwangerschaft, Kinderwunsch, Stillzeit oder eine geplante Operation.

Beschönigen Sie weder Gewicht noch Vorerkrankungen. Die Angaben dienen Ihrer Sicherheit und nicht einer Bewertung Ihrer Person. Weitere Hinweise gibt der Beitrag: Der ärztliche Fragebogen vor einem Rezept.

So läuft eine Anfrage ab

Doctorcura erbringt selbst keine ärztlichen Leistungen, sondern organisiert den Ablauf in festen Schritten:

  1. Zunächst wählen Sie den Behandlungsbereich und beantworten den medizinischen Online-Fragebogen.
  2. Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben. Eine Rückmeldung von medizinischem Fachpersonal erhalten Sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden.
  3. Ein Rezept wird nur ausgestellt, wenn die Behandlung medizinisch vertretbar ist. Ist sie nicht geeignet, wird der gezahlte Betrag vollständig erstattet.
  4. Eine registrierte Partnerapotheke in der EU gibt das Arzneimittel ab. Der Versand erfolgt kostenlos mit DHL Express in neutraler Verpackung.

Ein Gespräch per Video oder Telefon und eine laufende ärztliche Betreuung sind dabei nicht vorgesehen. Bei Fragen während der Behandlung können Sie sich per E-Mail an diese Adresse wenden: contact@doctorcura.com. Mit welchen Kosten Sie insgesamt rechnen sollten, erklärt der Beitrag: Kosten einer GLP-1-Therapie.

Grenzen der Fernbehandlung

Eine Beurteilung aus der Ferne ersetzt keine körperliche Untersuchung. Veränderungen an Schilddrüse, Herz oder Gelenken, Wassereinlagerungen oder Hautveränderungen lassen sich schriftlich nur eingeschränkt erfassen. Auch Laborwerte, die vor oder während einer medikamentösen Behandlung sinnvoll sein können, werden nicht online bestimmt.

Informieren Sie deshalb Ihre Hausarztpraxis, wenn Sie eine Behandlung beginnen. Dort können Blutdruck, Blutzucker und Nierenwerte kontrolliert und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten im Blick behalten werden. Dosieren Sie ein verschriebenes Medikament nicht eigenständig höher oder niedriger und setzen Sie es nicht ohne Rücksprache ab.

Wann Sie ärztlichen Rat vor Ort einholen sollten

Suchen Sie zeitnah eine Praxis auf, wenn während einer Behandlung anhaltendes Erbrechen, starker Durchfall mit Schwindel oder deutlich weniger Urin auftreten. Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, eine Gelbfärbung von Haut oder Augen oder eine plötzliche Verschlechterung des Sehens müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden. In Deutschland erreichen Sie außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Rachen oder Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144). Wenn Sie sich seelisch stark belastet fühlen oder an Suizid denken, erhalten Sie rund um die Uhr Hilfe: in Deutschland bei der TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, in der Schweiz bei der Dargebotenen Hand unter 143.

Häufige Fragen

Ist eine ärztliche Fernbehandlung bei Adipositas erlaubt?

In Deutschland und der Schweiz ist eine ärztliche Behandlung aus der Ferne unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Entscheidend ist, dass sie im Einzelfall ärztlich vertretbar ist. Ob das zutrifft, beurteilt die Ärztin oder der Arzt anhand Ihrer Angaben.

Muss ich mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen?

Die Beurteilung erfolgt auf Grundlage des medizinischen Fragebogens. Ein persönliches Gespräch ist dabei nicht vorgesehen. Reichen die Angaben nicht aus, wird keine Verordnung ausgestellt oder eine Abklärung vor Ort empfohlen.

Wie lange dauert es bis zu einer Rückmeldung?

In der Regel erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung von medizinischem Fachpersonal. Nach Ausstellung des Rezepts wird die Sendung meist innerhalb eines Werktages verschickt.

Kann meine Hausärztin die Behandlung später übernehmen?

Ja, wenn sie das medizinisch für sinnvoll hält. Bringen Sie dafür Ihre Unterlagen und die Packung des Medikaments mit. So kann die Praxis Kontrollen planen und die Behandlung mit Ihren übrigen Medikamenten abstimmen.

Mehr zum Thema

Einen Überblick über Gewichtsmanagement und ärztlich begleitete Behandlungen finden Sie auf unserer Informationsseite.

Zum Bereich Gewichtsmanagement

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144).

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In unseren Behandlungsbereichen finden Sie verständliche Informationen. Zugelassene Ärzte prüfen Ihre Anfrage vertraulich.

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