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Ratgeber

Häufige Ursachen nächtlicher Schlafprobleme

Häufige Ursachen nächtlicher Schlafprobleme

Wer immer wieder mitten in der Nacht wach wird und lange nicht zurück in den Schlaf findet, fragt sich bald, woran das liegt. Die Auslöser reichen von Gewohnheiten im Alltag über Stress bis zu Erkrankungen, die behandelt werden sollten. Dieser Beitrag hilft Ihnen, mögliche Ursachen einzuordnen und zu erkennen, wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurze Wachphasen in der Nacht sind normal. Problematisch wird es, wenn Sie lange wach liegen und tagsüber darunter leiden.
  • Häufige Auslöser sind Stress, Alkohol am Abend, Koffein, ein unregelmäßiger Rhythmus, Schmerzen und nächtlicher Harndrang.
  • Lautes Schnarchen mit Atempausen kann auf eine Schlafapnoe hindeuten und gehört ärztlich abgeklärt.
  • Depressionen, Angst und hormonelle Veränderungen gehen oft mit gestörtem Schlaf einher.
  • Ein Schlaftagebuch über 1 bis 2 Wochen macht Muster sichtbar und erleichtert die Abklärung.

Wie sich nächtliche Schlafprobleme zeigen

Schlaf verläuft in mehreren Zyklen, zwischen denen der Körper kurz aufwacht. Meist bemerkt man das nicht oder schläft sofort wieder ein. Mit zunehmendem Alter wird der Schlaf leichter, und Wachphasen werden häufiger. Das allein ist noch keine Störung.

Aufmerksam werden sollten Sie, wenn eines dieser Muster über Wochen auftritt: Entweder wachen Sie mehrmals auf und liegen jeweils lange wach, oder Sie werden deutlich zu früh wach und schlafen nicht wieder ein, oder Sie schlafen ausreichend lange und fühlen sich trotzdem nicht erholt. Welches Muster vorliegt, gibt oft erste Hinweise auf die Ursache.

Alltag und Gewohnheiten

Stress, Sorgen und innere Anspannung

Nachts fehlen Ablenkung und Termine. Gedanken über Arbeit, Familie, Geld oder Gesundheit werden dann besonders präsent. Der Körper bleibt in Alarmbereitschaft, Herzschlag und Muskelspannung sind erhöht, und das Wiedereinschlafen fällt schwer. Wer anschließend auf die Uhr schaut und die verbleibenden Stunden zählt, verstärkt den Druck zusätzlich.

Alkohol, Koffein und Nikotin

Alkohol macht zunächst müde, stört aber die zweite Nachthälfte. Der Schlaf wird leichter und unruhiger, frühes Erwachen wird wahrscheinlicher, und Schnarchen sowie Atemaussetzer können zunehmen. Koffein wirkt bei vielen Menschen deutlich länger als erwartet. Kaffee, schwarzer Tee, Cola und Energydrinks am Nachmittag können den Schlaf noch in der Nacht beeinflussen. Nikotin wirkt anregend, und ein sinkender Spiegel kann nachts Unruhe auslösen.

Unregelmäßiger Rhythmus und Bildschirme

Wechselnde Schlafenszeiten bringen die innere Uhr aus dem Takt. Das betrifft Schichtarbeitende besonders, aber auch langes Ausschlafen am Wochenende und ausgedehnte Nickerchen am Tag. Bildschirme sind selten die alleinige Ursache. Ungünstig wird es, wenn sie den Schlafbeginn nach hinten verschieben oder aufwühlende Inhalte liefern, etwa berufliche E-Mails, soziale Medien oder Nachrichten.

Körperliche Ursachen

Schmerzen durch Rückenleiden, Arthrose oder Kopfschmerzen unterbrechen den Schlaf immer wieder. Auch Sodbrennen, Juckreiz, Atemwegsbeschwerden oder eine Schilddrüsenüberfunktion können dahinterstecken. In den Wechseljahren wecken Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen viele Frauen.

Häufiger nächtlicher Harndrang kann mit viel Flüssigkeit am Abend zusammenhängen, aber auch mit einer vergrößerten Prostata, einer Blasenschwäche, Diabetes, Herzschwäche oder harntreibenden Medikamenten. Einige Arzneimittel stören den Schlaf direkt, darunter Kortison, bestimmte Antidepressiva, Stimulanzien, abschwellende Erkältungsmittel und manche Blutdruckmittel. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht selbst ab, sondern sprechen Sie Einnahmezeit oder Dosis mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Schlafbezogene Erkrankungen

Schlafapnoe

Bei der obstruktiven Schlafapnoe verengt sich der obere Atemweg im Schlaf wiederholt, bis die Atmung kurz aussetzt. Der Körper reagiert mit kurzen Weckreaktionen, an die sich Betroffene meist nicht erinnern. Hinweise sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen, von anderen beobachtete Atempausen, nächtliches Luftschnappen, ein trockener Mund und Kopfschmerzen am Morgen sowie ausgeprägte Müdigkeit am Tag. Übergewicht, höheres Alter und Alkohol am Abend erhöhen das Risiko. Unbehandelt belastet die Schlafapnoe Herz und Kreislauf. Schlafmittel sind hier ungeeignet, weil sie die Atmung zusätzlich dämpfen können.

Restless-Legs-Syndrom

Ein unangenehmes Kribbeln, Ziehen oder ein starker Bewegungsdrang in den Beinen, der abends in Ruhe zunimmt und bei Bewegung nachlässt, spricht für ein Restless-Legs-Syndrom. Die Beschwerden stören das Einschlafen und können nachts wiederholt wecken. Zusammenhänge bestehen unter anderem mit Eisenmangel, Nierenerkrankungen, Schwangerschaft und bestimmten Medikamenten. Eine Blutuntersuchung kann hier weiterhelfen.

Psychische Belastungen

Frühes Erwachen mit Grübeln und gedrückter Stimmung kommt bei Depressionen häufig vor. Angststörungen gehen eher mit innerer Unruhe und Schwierigkeiten beim Abschalten einher. Nach belastenden Erlebnissen können Albträume den Schlaf unterbrechen. Schlechter Schlaf bedeutet nicht automatisch, dass eine psychische Erkrankung vorliegt. Umgekehrt kann anhaltender Schlafmangel die seelische Belastung verstärken, sodass sich beides gegenseitig aufschaukelt.

Was Sie selbst beobachten und verändern können

Ein Schlaftagebuch über 1 bis 2 Wochen liefert wertvolle Hinweise. Notieren Sie Zubettgehzeit, geschätzte Einschlafdauer, Wachphasen, Aufstehzeit, Nickerchen, Alkohol, Koffein, Medikamente und Beschwerden wie Schmerzen oder Harndrang. Bitten Sie gegebenenfalls Ihre Partnerin oder Ihren Partner, auf Schnarchen und Atempausen zu achten.

  • Stehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende.
  • Trinken Sie nach dem Mittagessen keine koffeinhaltigen Getränke mehr und verzichten Sie abends weitgehend auf Alkohol.
  • Sorgen Sie für ein kühles, ruhiges und dunkles Schlafzimmer.
  • Legen Sie die Uhr außer Sichtweite.
  • Wenn Sie nachts länger wach liegen, stehen Sie auf, beschäftigen Sie sich bei gedämpftem Licht mit etwas Ruhigem und gehen Sie erst wieder ins Bett, wenn Sie schläfrig sind.

Diese Regeln gehören zur Schlafhygiene und zur kognitiven Verhaltenstherapie bei Insomnie. Wie diese Therapie aufgebaut ist und welche digitalen Programme es gibt, lesen Sie im Beitrag: Online-Hilfe bei Schlafproblemen.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Lassen Sie wiederkehrende Schlafprobleme abklären, wenn sie länger als einige Wochen bestehen oder Ihren Alltag deutlich einschränken. Zeitnah sollten Sie ärztlichen Rat suchen bei lautem Schnarchen mit beobachteten Atempausen, nächtlicher Atemnot, starken Schmerzen, anhaltend gedrückter Stimmung oder gefährlicher Müdigkeit, etwa am Steuer. Welche Anlaufstelle wofür geeignet ist, erklärt der Beitrag: Schlafprobleme ärztlich abklären.

Bei Brustschmerzen, akuter Atemnot oder unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144). In einer psychischen Krise erreichen Sie in Deutschland die TelefonSeelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, in der Schweiz Die Dargebotene Hand unter 143. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten ist in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 erreichbar.

Häufige Fragen

Ist es normal, nachts aufzuwachen?

Ja. Zwischen den Schlafzyklen wacht jeder Mensch mehrmals kurz auf, meist ohne sich daran zu erinnern. Mit dem Alter werden diese Wachphasen häufiger. Behandlungsbedürftig wird es, wenn Sie über Wochen lange wach liegen und sich tagsüber erschöpft fühlen.

Warum wache ich immer zur gleichen Uhrzeit auf?

Dafür gibt es keine einheitliche Erklärung. Häufig spielen der Abbau von Alkohol, Stress, nächtlicher Harndrang oder ein verschobener Schlafrhythmus mit. Frühes Erwachen mit Grübeln kann auch auf eine Depression hindeuten. Ein Schlaftagebuch hilft, das eigene Muster zu erkennen.

Hilft ein Schlafmittel gegen nächtliches Aufwachen?

Ein Schlafmittel behandelt das Symptom, nicht die Ursache. Bei Schlafapnoe kann es sogar schaden. Verschreibungspflichtige Schlafmittel sind zudem nur für kurze Zeit vorgesehen, weil sie abhängig machen können. Deshalb steht die Suche nach dem Auslöser an erster Stelle.

Wann ist eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll?

Vor allem bei Verdacht auf eine Schlafapnoe, bei auffälligen Bewegungen im Schlaf oder bei starker Tagesmüdigkeit ohne klare Ursache. Oft steht am Anfang eine vereinfachte Messung zu Hause. Die Überweisung erfolgt in der Regel über die Hausarztpraxis oder eine Fachärztin oder einen Facharzt.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zu Schlafstörungen und ihrer Abklärung finden Sie auf der Informationsseite zur Schlafberatung.

Zum Bereich Schlafberatung

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144).

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