Wer bei einem sensiblen Gesundheitsthema ärztliche Hilfe online sucht, möchte wissen, was mit den eigenen Angaben geschieht. Dieser Beitrag geht den Ablauf einer Online-Behandlung Schritt für Schritt durch und zeigt, wer an welcher Stelle beteiligt ist und was Sie selbst für Ihre Privatsphäre tun können.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Ablauf folgt einer festen Reihenfolge: Fragebogen, ärztliche Prüfung, Rezept nur bei Eignung, Abgabe durch eine Partnerapotheke, Versand.
- Diskret heißt nicht anonym. Für ärztliche Prüfung, Rezept und Versand werden Ihr Name, Ihre Gesundheitsangaben und Ihre Adresse benötigt.
- Die Sendung ist neutral verpackt. Der Versanddienst erhält vor allem Name und Anschrift.
- Bis eine Stunde nach der Bestellung können Sie über den Link in der Bestätigungs-E-Mail stornieren.
Diskret ist nicht anonym
Verschreibungspflichtige Arzneimittel können nicht anonym verordnet werden. Die Ärztin oder der Arzt muss wissen, wer behandelt wird, um Alter, Vorerkrankungen und Medikamente beurteilen und die Entscheidung dokumentieren zu können. Die Apotheke braucht ein Rezept, das auf Ihren Namen ausgestellt ist, und für den Versand ist eine Adresse nötig.
Diskret bedeutet deshalb etwas anderes: Alle Angaben werden vertraulich behandelt und nur für die Behandlung verwendet, und Außenstehende erfahren nicht, worum es geht. Im Vergleich zum Praxisbesuch entfallen das Wartezimmer, der Aufruf am Empfang und das Gespräch am Apothekentresen.
Der Ablauf Schritt für Schritt
1. Behandlungsbereich wählen
Am Anfang steht Ihr Anliegen, nicht ein bestimmtes Präparat. Welcher Wirkstoff und welche Dosis infrage kommen, entscheidet später die Ärztin oder der Arzt anhand Ihrer Angaben. Die Anfrage selbst ist kostenlos.
2. Medizinischen Fragebogen beantworten
Der Fragebogen erfasst Beschwerden, Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente und je nach Bereich weitere Werte wie Größe, Gewicht oder Blutdruck. Er tritt an die Stelle des Gesprächs in der Praxis, deshalb zählt jede Angabe. Ein Beispiel: Wer Nitrate gegen Angina pectoris einnimmt, darf Wirkstoffe wie Sildenafil oder Tadalafil nicht anwenden, weil der Blutdruck gefährlich absinken kann. Welche Angaben typischerweise gefragt werden und warum, erklärt der Beitrag: Welche Angaben braucht ein Online-Arzt?
3. Ärztliche Prüfung
Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben. Er kann ein Rezept ausstellen, Rückfragen stellen oder die Behandlung ablehnen, wenn sie nicht vertretbar ist. In der Regel erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung von medizinischem Fachpersonal. Ist die Behandlung nicht geeignet, wird der gezahlte Betrag vollständig erstattet. Wie sich die Kosten zusammensetzen, beschreibt der Beitrag: Kosten einer Online-Behandlung.
4. Abgabe durch eine Partnerapotheke
Stellt der Arzt ein Rezept aus, geht es an eine registrierte Partnerapotheke in der EU. Die Apotheke prüft die Verordnung und gibt das Arzneimittel ab. Damit stammt es aus einer regulierten Lieferkette.
5. Versand in neutraler Verpackung
Der Versand ist kostenlos und erfolgt mit DHL Express, meist innerhalb eines Werktages nach Ausstellung des Rezepts. Außen auf der Verpackung steht kein Hinweis auf Inhalt, Wirkstoff oder Behandlungsbereich.
Wer an welcher Stelle beteiligt ist
Jede beteiligte Stelle braucht nur die Angaben, die für ihren Teil des Ablaufs nötig sind. Die folgende Übersicht zeigt die Aufgabenverteilung.
| Beteiligte Stelle | Aufgabe | Benötigte Angaben |
|---|---|---|
| Plattform | organisiert den Ablauf | Kontaktdaten, Anfrage, Zahlung, Übermittlung des Fragebogens |
| Ärztin oder Arzt | prüft die Angaben und entscheidet über das Rezept | Name, Geburtsdatum, Gesundheitsangaben |
| Partnerapotheke | prüft das Rezept und gibt das Arzneimittel ab | Rezept, Name, Lieferadresse |
| Versanddienst | stellt die Sendung zu | Name, Lieferadresse, gegebenenfalls Kontaktdaten für die Zustellung, bei Sendungen in die Schweiz zusätzlich Angaben für den Zoll |
Doctorcura erbringt selbst keine ärztlichen Leistungen, sondern organisiert den Ablauf zwischen Ihnen, den Partnerärzten und der Apotheke. Ärztinnen, Ärzte und Apotheken unterliegen der Schweigepflicht. Gesundheitsdaten gelten nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Schweizer Datenschutzgesetz als besonders schützenswert und dürfen nur für festgelegte Zwecke verarbeitet werden.
Was Sie selbst für Ihre Privatsphäre tun können
- Nutzen Sie eine E-Mail-Adresse, auf die nur Sie Zugriff haben.
- Wählen Sie eine Lieferadresse, an der Sie die Sendung selbst annehmen können.
- Prüfen Sie, ob Benachrichtigungen auf einem gemeinsam genutzten Gerät sichtbar sind.
- Bewahren Sie Arzneimittel und Unterlagen so auf, dass Kinder und andere Personen keinen Zugriff haben.
Geben Sie außerdem keine Angaben für andere Personen ein und nutzen Sie kein fremdes Konto. Die ärztliche Prüfung gilt nur für die Person, deren Gesundheitsangaben vorliegen. Welche Spuren Paket, Zahlung und Benachrichtigungen trotz neutraler Verpackung hinterlassen können, beschreibt der Beitrag: Wie diskret ist Medikamentenversand wirklich?
Stornieren und Fragen stellen
Wenn Sie es sich anders überlegen, können Sie bis eine Stunde nach der Bestellung über den Link in der Bestätigungs-E-Mail stornieren. Haben Sie im Fragebogen etwas vergessen oder hat sich nach dem Absenden eine Angabe geändert, melden Sie sich per E-Mail, damit der Arzt die Information berücksichtigen kann. Die E-Mail-Adresse dafür lautet: contact@doctorcura.com.
Auch bei Fragen während der Behandlung ist die E-Mail der vorgesehene Weg. Ein Gespräch per Video oder Telefon ist nicht standardmäßig Teil des Ablaufs.
Wann der Online-Weg nicht passt
Bei neuen, starken oder unklaren Beschwerden ist eine Online-Anfrage nicht der richtige Anfang. Bei Warnzeichen wie Brustschmerzen, Atemnot, plötzlichen Lähmungen oder einer schweren allergischen Reaktion wählen Sie sofort den Notruf 112 (Schweiz: 144). Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Auch wenn eine Untersuchung, Blutwerte oder regelmäßige Kontrollen nötig sind, ist eine Praxis die geeignete Anlaufstelle. Der diskrete Ablauf ist für klar abgegrenzte Anliegen gedacht, nicht als Ersatz für eine Abklärung vor Ort.
Häufige Fragen
Steht auf dem Paket, welches Arzneimittel enthalten ist?
Nein. Die Verpackung ist neutral. Außen stehen nur die Angaben, die für die Zustellung nötig sind, vor allem Name und Anschrift. Bei Sendungen in die Schweiz kommen die Angaben für den Zoll hinzu.
Kann ich eine Behandlung für eine andere Person anfragen?
Nein. Die ärztliche Prüfung beruht auf den Gesundheitsangaben der Person, die behandelt wird. Jede Person muss ihre eigene Anfrage stellen.
Was passiert, wenn der Arzt Rückfragen hat?
Dann meldet sich das medizinische Fachpersonal bei Ihnen. Die Prüfung wird fortgesetzt, sobald die fehlenden Informationen vorliegen. Schauen Sie deshalb in den Tagen nach der Anfrage regelmäßig in Ihr E-Mail-Postfach.
Muss ich für die Anfrage bezahlen, wenn kein Rezept ausgestellt wird?
Die Anfrage ist kostenlos. Hält der Arzt die Behandlung für nicht geeignet, wird ein bereits gezahlter Betrag vollständig erstattet.
Welche Behandlungsbereiche es gibt und wie die ärztliche Prüfung dort abläuft, zeigt die Übersichtsseite.