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Ratgeber

Tadalafil: Wirkung, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Cialis Wirkung und Verträglichkeit verstehen

Tadalafil gehört zu den Wirkstoffen, die zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt werden. Er fällt vor allem durch seine lange Wirkdauer und die Möglichkeit einer täglichen Einnahme in niedriger Dosis auf. Dieser Beitrag erklärt, wie Tadalafil wirkt, welche Anwendungsformen es gibt, wie er vertragen wird und wann er nicht eingenommen werden darf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tadalafil erleichtert bei sexueller Erregung eine Erektion. In Studien war dies bis zu 36 Stunden nach der Einnahme möglich.
  • Es gibt zwei Anwendungsformen: bei Bedarf in höherer Dosis oder täglich in niedriger Dosis. Mahlzeiten beeinflussen die Aufnahme nicht.
  • Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Rücken- und Muskelschmerzen, Gesichtsrötung und eine verstopfte Nase.
  • Mit Nitraten oder Riociguat darf Tadalafil nicht eingenommen werden. Auch bei bestimmten Herzerkrankungen ist er ausgeschlossen.

Wie Tadalafil wirkt

Tadalafil, unter anderem der Wirkstoff von Cialis, ist ein PDE-5-Hemmer. Er bremst den Abbau des Botenstoffs cGMP, der bei sexueller Erregung die Muskulatur in den Schwellkörpern entspannt. So kann mehr Blut in den Penis strömen. Ohne sexuelle Stimulation entsteht keine Erektion, und das sexuelle Verlangen wird nicht gesteigert.

Der wichtigste Unterschied zu Sildenafil oder Vardenafil liegt in der Verweildauer im Körper. Die mittlere Halbwertszeit von Tadalafil beträgt etwa 17,5 Stunden, bei Sildenafil sind es 3 bis 5 Stunden. Daraus ergibt sich das deutlich längere Zeitfenster.

Tadalafil ist in niedriger täglicher Dosis außerdem zur Behandlung von Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung zugelassen. In anderen Präparaten wird der Wirkstoff bei Lungenhochdruck eingesetzt. Solche Präparate dürfen nicht zusätzlich zu einem Mittel gegen Erektionsstörungen eingenommen werden.

Zwei Anwendungsformen: bei Bedarf oder täglich

Welche Anwendungsform infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand der Häufigkeit sexueller Aktivität, der Verträglichkeit und der Vorerkrankungen. Die folgende Übersicht gibt die Angaben der Fachinformation wieder.

Merkmal Einnahme bei Bedarf Tägliche Einnahme
Übliche Dosis 10 mg, bei unzureichender Wirkung 20 mg 5 mg, je nach Verträglichkeit 2,5 mg
Zeitpunkt mindestens 30 Minuten vor sexueller Aktivität täglich etwa zur gleichen Uhrzeit
Häufigkeit höchstens einmal täglich, keine tägliche Dauereinnahme kontinuierlich, mit regelmäßiger ärztlicher Überprüfung
Erwogen bei gelegentlicher sexueller Aktivität sehr häufiger Anwendung, zum Beispiel mindestens zweimal pro Woche
Mahlzeiten kein Einfluss kein Einfluss

Bei schwerer Nierenfunktionsstörung beträgt die empfohlene Höchstdosis 10 mg, und die tägliche Einnahme wird nicht empfohlen. Bei eingeschränkter Leberfunktion liegt die empfohlene Bedarfsdosis bei 10 mg. Die tägliche Anwendung wurde bei diesen Patienten nicht untersucht und erfordert eine sorgfältige Abwägung.

Wirkungseintritt und Wirkdauer

In Studien konnten manche Männer bereits 16 Minuten nach der Einnahme eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion bekommen. Die Fachinformation sieht eine Einnahme mindestens 30 Minuten vorher vor. Die Möglichkeit, auf sexuelle Reize mit einer Erektion zu reagieren, blieb in Studien bis zu 36 Stunden erhalten.

Das lange Zeitfenster bedeutet keine Dauererektion, sondern dass eine Erektion bei sexueller Stimulation über einen längeren Zeitraum erleichtert sein kann. Gleichzeitig hält auch die Wirkung auf den Blutdruck länger an. Das ist vor allem bei Wechselwirkungen mit Nitraten wichtig: Die Fachinformation nennt einen Abstand von mindestens 48 Stunden, bevor in einer lebensbedrohlichen Situation Nitrate unter ärztlicher Überwachung erwogen werden.

Häufige und seltene Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Tadalafil sind laut Fachinformation meist vorübergehend und leicht bis mäßig ausgeprägt. Die Häufigkeit nimmt mit der Dosis zu. Bei täglicher Einnahme treten Kopfschmerzen vor allem in den ersten 10 bis 30 Tagen auf.

  • Häufig: Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase, Verdauungsbeschwerden, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen und Schmerzen in Armen oder Beinen
  • Gelegentlich: Schwindel, verschwommenes Sehen, Herzklopfen, beschleunigter Puls, niedriger oder hoher Blutdruck, Ohrgeräusche, Übelkeit, Hautausschlag, verlängerte Erektionen
  • Selten: unter anderem Ohnmacht, Schlaganfall, Gesichtsfeldausfall, NAION (eine Durchblutungsstörung des Sehnervs), plötzlicher Hörverlust und schmerzhafte Dauererektion

Ein niedriger Blutdruck wurde vor allem bei Männern berichtet, die bereits Blutdrucksenker einnehmen. Alkohol veränderte in Studien die Wirkstoffspiegel nicht, nach größeren Mengen traten bei einzelnen Probanden aber Schwindel und Blutdruckabfall beim Aufstehen auf. Achten Sie vor dem Autofahren darauf, wie Sie auf Tadalafil reagieren. Ein ausführlicher Vergleich der Nebenwirkungen mit Sildenafil findet sich im Beitrag: Sildenafil und Tadalafil: Unterschiede verständlich erklärt.

Wann Tadalafil nicht eingenommen werden darf

Laut Fachinformation ist Tadalafil in folgenden Situationen kontraindiziert:

  • bei Einnahme von Nitraten in jeder Form sowie von Riociguat; auch Poppers sind wegen ihrer nitratähnlichen Wirkung gefährlich
  • bei Herzerkrankungen, bei denen von sexueller Aktivität abgeraten wird
  • bei Herzinfarkt in den vergangenen 90 Tagen
  • bei instabiler Angina pectoris oder Brustschmerzen während sexueller Aktivität
  • bei Herzinsuffizienz ab Schweregrad NYHA II in den vergangenen sechs Monaten
  • bei unkontrollierten Herzrhythmusstörungen, niedrigem Blutdruck unter 90/50 mmHg oder unkontrolliertem Bluthochdruck
  • bei Schlaganfall in den vergangenen sechs Monaten
  • bei Sehverlust auf einem Auge durch NAION
  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil

Besondere Vorsicht ist bei Alphablockern nötig. Die Kombination mit Doxazosin wird nicht empfohlen. Wirkstoffe wie Ritonavir, Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin und Grapefruitsaft können den Tadalafilspiegel erhöhen, Rifampicin, Carbamazepin oder Phenytoin ihn senken. Vorsicht gilt auch bei Penisverkrümmungen und Erkrankungen, die eine Dauererektion begünstigen, etwa Sichelzellanämie, multiples Myelom oder Leukämie. Einen Überblick über alle Wirkstoffe dieser Gruppe gibt der Beitrag: Medikamente bei Erektionsstörungen.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Nebenwirkungen stark sind oder anhalten, wenn die Wirkung trotz richtiger Einnahme nicht ausreicht oder wenn neue Erkrankungen oder Medikamente hinzukommen. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst und wechseln Sie nicht eigenmächtig zur täglichen Einnahme.

Wählen Sie bei Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht den Notruf 112 (Schweiz: 144) und sagen Sie, wann Sie Tadalafil zuletzt eingenommen haben. Suchen Sie ebenfalls sofort Hilfe bei einer Erektion, die länger als vier Stunden anhält, bei plötzlicher Sehverschlechterung oder plötzlichem Hörverlust. In diesen Fällen setzen Sie Tadalafil ab.

Häufige Fragen

Darf ich die Bedarfsdosis täglich einnehmen?

Nein. Die Tabletten mit 10 mg und 20 mg sind für die Einnahme vor erwarteter sexueller Aktivität vorgesehen, eine tägliche Dauereinnahme wird nicht empfohlen. Für eine regelmäßige Anwendung gibt es niedrigere Dosierungen, über die ärztlich entschieden wird.

Wann dürfen nach Tadalafil wieder Nitrate gegeben werden?

Die Fachinformation nennt für lebensbedrohliche Situationen einen Abstand von mindestens 48 Stunden nach der letzten Einnahme. Nitrate sollen dann nur unter enger ärztlicher Überwachung gegeben werden. Informieren Sie das Rettungsteam deshalb immer über die Einnahme.

Warum kann Tadalafil Rückenschmerzen verursachen?

Der genaue Mechanismus ist nicht abschließend geklärt. Rücken- und Muskelschmerzen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, sind aber in der Regel vorübergehend. Sind sie stark oder halten sie an, sollte die Behandlung ärztlich überprüft werden.

Hilft Tadalafil auch bei Prostatabeschwerden?

Tadalafil ist in einer täglichen Dosis von 5 mg auch zur Behandlung von Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung zugelassen. Vorher sollten die Beschwerden urologisch abgeklärt werden, da ähnliche Symptome auch andere Ursachen haben können.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Erektionsstörungen finden Sie auf unserer Themenseite.

Zum Bereich Erektionsprobleme

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144).

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