Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil dient der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei HIV-negativen Erwachsenen. Es kann das HIV-Risiko senken.
Ablauf
Vom Fragebogen bis zur Lieferung: ärztlich geprüft und diskret.
Produktinformationen
Beide Wirkstoffe gehören zu den Reverse-Transkriptase-Hemmern. Diese blockieren ein Enzym, das HIV benötigt, um sich in Körperzellen zu vermehren. Sind ausreichende Wirkstoffspiegel vorhanden, kann sich das Virus nach einem Kontakt schlechter festsetzen, und das Risiko einer Infektion sinkt.
Einmal täglich eine Filmtablette, möglichst zur gleichen Uhrzeit und ohne Einnahmelücken. Die PrEP ist zur Anwendung zusammen mit Safer-Sex-Maßnahmen gedacht und wird durch regelmäßige Tests begleitet.
Eintritt: erst nach mehreren Tagen regelmäßiger Einnahme · Dauer: solange die tägliche Einnahme regelmäßig erfolgt
Wichtig: Nur mit einem kurz vor Beginn bestätigten negativen HIV-Test anwenden, denn bei einer unerkannten HIV-Infektion können Resistenzen entstehen. Nierenfunktion und Hepatitis-B-Status müssen vorab geprüft werden; vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützt die PrEP nicht.
Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil dient der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei HIV-negativen Erwachsenen. Es kann das HIV-Risiko senken.
Die Filmtablette kombiniert 200 mg Emtricitabin und 245 mg Tenofovirdisoproxil, zwei Hemmstoffe der reversen Transkriptase. Dieses Enzym braucht HIV, um sich in der Wirtszelle zu vermehren; beide Wirkstoffe werden als falsche Bausteine eingebaut und brechen die Vermehrung ab, sodass sich das Virus nach einem Kontakt nicht festsetzen soll. Das Originalpräparat heißt Truvada; Doctorcura bietet ein wirkstoffgleiches Generikum an. Zugelassen ist die Kombination laut Fachinformation zur Behandlung der HIV-1-Infektion zusammen mit anderen antiretroviralen Mitteln sowie, in Verbindung mit Safer-Sex-Praktiken, zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei Erwachsenen und Jugendlichen mit hohem Risiko einer sexuell erworbenen HIV-1-Infektion. Doctorcura führt die Stärke 200 mg/245 mg in Packungen mit 30, 60 und 90 Tabletten.
Zur PrEP nehmen Erwachsene eine Tablette einmal täglich, möglichst zu einer Mahlzeit und jeden Tag zur gleichen Zeit. Wird die Einnahme um bis zu zwölf Stunden versäumt, holen Sie sie so bald wie möglich nach und bleiben im gewohnten Rhythmus; sind mehr als zwölf Stunden vergangen und steht die nächste Dosis fast an, lassen Sie die vergessene Tablette aus. Bei Erbrechen innerhalb einer Stunde nach der Einnahme wird eine weitere Tablette genommen. Der Schutz hängt stark von der täglichen Einnahme ab; wie schnell er nach Beginn aufgebaut ist, ist nicht bekannt, und vollständig ist er nie. Vor Beginn muss ein negativer HIV-Test vorliegen; während der Einnahme wird der negative Status mindestens alle drei Monate mit einem Antigen-Antikörper-Test bestätigt. Vor dem Start wird die Kreatinin-Clearance berechnet; Nierenfunktion und Serumphosphat werden nach zwei bis vier Wochen, nach drei Monaten und danach alle drei bis sechs Monate kontrolliert. Bei einer Kreatinin-Clearance unter 60 ml/min wird die PrEP nicht empfohlen. Bestehen nach einem Kontakt im letzten Monat Beschwerden wie bei einer akuten Virusinfektion, wird der Beginn um mindestens einen Monat verschoben und der Test wiederholt.
In zwei PrEP-Studien mit 2.830 HIV-negativen Erwachsenen traten keine neuen Nebenwirkungen auf; am häufigsten waren Kopfschmerzen bei etwa einem Prozent. Die folgenden Angaben stammen aus der HIV-Behandlung. Sehr häufig, also bei mehr als einem von zehn Behandelten, kommen Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Schwäche, ein erniedrigter Phosphatspiegel und erhöhte Kreatinkinase-Werte vor. Häufig sind Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume, Bauchschmerzen, Blähungen, erhöhte Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerte, Juckreiz, Nesselsucht, allergische Reaktionen, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte sowie eine Abnahme der Knochendichte. Gelegentlich treten Kaliummangel, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Muskelschwäche, erhöhtes Kreatinin, Eiweiß im Urin und eine Schädigung der Nierenkanälchen auf; selten sind Laktatazidose, Hepatitis, Angioödem, Knochenerweichung und Nierenversagen. Knochen- oder Muskelschmerzen, tiefe schnelle Atmung mit Übelkeit, Schwellungen im Gesicht oder Rachen sowie Fieber, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellung und Ausschlag als mögliche Zeichen einer frischen HIV-Infektion sind Gründe, sofort ärztliche Hilfe zu suchen.
Die Kombination darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile und, zur PrEP, bei unbekanntem oder positivem HIV-Status, weil die Zweifachkombination eine Infektion nicht ausreichend behandelt und Resistenzen entstehen können. Vorsicht gilt bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei Osteoporose oder früheren Knochenbrüchen, bei Menschen über 65 Jahren und bei chronischer Hepatitis B oder C; bei Hepatitis B kann die Leberentzündung nach dem Absetzen schwer aufflammen. Die PrEP ersetzt weder Kondome noch Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen; bei jedem Termin wird neu beurteilt, ob weiterhin ein hohes Risiko besteht. Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen, sodass die Einnahme in der Schwangerschaft bei Bedarf erwogen werden kann; in der Stillzeit soll sie unterbleiben. Unter beiden Wirkstoffen wurde Schwindel berichtet, was beim Autofahren zu beachten ist.
Die Tablette darf nicht mit anderen Arzneimitteln kombiniert werden, die Emtricitabin, Tenofovirdisoproxil, Tenofoviralafenamid, Lamivudin oder Adefovirdipivoxil enthalten; auch Didanosin wird nicht empfohlen. Nierenschädigende Mittel wie Aminoglykoside, Amphotericin B, Foscarnet, Ganciclovir, Pentamidin, Vancomycin und Cidofovir sollen vermieden werden; ist das nicht möglich, wird die Nierenfunktion wöchentlich kontrolliert. Nach hoch dosierten entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac wurde akutes Nierenversagen berichtet; bei gleichzeitiger Einnahme wird die Nierenfunktion überwacht. Die Hepatitis-C-Mittel Ledipasvir/Sofosbuvir und Sofosbuvir/Velpatasvir erhöhen den Tenofovirspiegel, besonders zusammen mit Ritonavir oder Cobicistat. Wechselwirkungen über das Cytochrom-P450-System sind dagegen unwahrscheinlich.
Im medizinischen Fragebogen geben Sie Datum und Ergebnis Ihres letzten HIV-Tests an, seit wann Sie die PrEP nehmen und wie Sie sie vertragen, und ob es zuletzt einen möglichen Kontakt oder Beschwerden wie Fieber, Halsschmerzen oder Ausschlag gab. Gefragt wird nach Nierenwerten, Hepatitis-B-Status und Impfschutz, Knochenerkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit und nach allen Arzneimitteln, besonders Schmerzmitteln. Eine Online-Verordnung passt zur Fortführung einer laufenden, gut vertragenen PrEP, wenn ein negativer HIV-Test und aktuelle Nierenwerte aus den letzten drei Monaten vorliegen. Der Erstbeginn ohne vollständige Voruntersuchung, ein unbekannter Hepatitis-B-Status, eine eingeschränkte Nierenfunktion und Symptome einer möglichen frischen Infektion gehören in eine HIV-Schwerpunktpraxis oder einen Checkpoint; nach einem riskanten Kontakt in den letzten Tagen ist sofort eine Postexpositionsprophylaxe in einer Notaufnahme zu prüfen. Mehr dazu im Behandlungsbereich HIV-PrEP und im Beitrag HIV-PrEP: Voraussetzungen, Kontrollen und PrEP-Kosten.
✓ Fachlich geprüft vom medizinischen Team von Doctorcura am 30. Oktober 2026, Stand: 30. Oktober 2026 · So entstehen unsere Inhalte
| Wirkstärke | 200 mg/245 mg |
|---|---|
| Menge | 30 Tabletten, 60 Tabletten, 90 Tabletten |
Die Filmtablette enthält die Wirkstoffe Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil und wird zur HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) eingesetzt.
Hinweis: Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil sollte nur nach ärztlicher Beurteilung angewendet werden. Die geeignete Dosierung richtet sich nach Indikation, Begleiterkrankungen und individueller Verträglichkeit.
Wofür wird Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil angewendet?
Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil wird zur HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei HIV-negativen Erwachsenen angewendet und sollte nur nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden.
Wie wirkt Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil?
Die Filmtablette enthält die Wirkstoffe Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil. Beide Wirkstoffe hemmen ein Enzym, das HI-Viren für ihre Vermehrung benötigen. Bei regelmäßiger Einnahme kann so das Risiko einer HIV-Infektion gesenkt werden.
Ist Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil verschreibungspflichtig?
Ja, Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil ist verschreibungspflichtig und sollte nur nach medizinischer Beurteilung verwendet werden.
Was sollte ich vor der Anwendung beachten?
Vor der Anwendung sollten Gegenanzeigen, mögliche Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und die passende Dosierung ärztlich geprüft werden.
Weitere Optionen
Welche Behandlung am besten zu Ihnen passt, klärt der Arzt anhand Ihres Fragebogens.
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