• Zugelassene Ärzte
  • Rezept nach ärztlicher Prüfung
  • Kostenloser, diskreter Versand
SpracheDeutsch
Mein Konto 0Warenkorb

Ratgeber

Statine im Vergleich: Atorvastatin, Rosuvastatin und Simvastatin

Illustration: Arzneimittelpackungen mit Atorvastatin, Rosuvastatin und Ezetimib

Fachlich geprüft vom medizinischen Team von Doctorcura am 26. September 2026, Stand: 24. September 2026 · So entstehen unsere Inhalte

Atorvastatin, Rosuvastatin und Simvastatin sind in Deutschland zugelassene Statine. Sie wirken nach demselben Prinzip, unterscheiden sich aber in Wirkstärke, Einnahmezeitpunkt, Wechselwirkungen und den Regeln für hohe Dosen. Dieser Beitrag erklärt, wovon es abhängt, ob Atorvastatin oder Rosuvastatin infrage kommt, welche Rolle Simvastatin spielt und was online möglich ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle drei hemmen die Cholesterinbildung in der Leber. Pro Milligramm wirken Rosuvastatin und Atorvastatin stärker als Simvastatin.
  • Als hochintensiv, also mit im Mittel mindestens 50 Prozent LDL-Senkung, gelten Atorvastatin 40 bis 80 mg und Rosuvastatin 20 bis 40 mg.
  • Simvastatin wird abends eingenommen und hat die meisten Gegenanzeigen bei Begleitmedikamenten; Grapefruitsaft ist zu meiden.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit sind alle drei kontraindiziert. Welcher Wirkstoff passt, entscheidet die ärztliche Prüfung; es gelten die Fachinformation und die Packungsbeilage.

Was die drei Statine gemeinsam haben

Statine hemmen das Leberenzym HMG-CoA-Reduktase; die Leber nimmt daraufhin mehr LDL-Cholesterin aus dem Blut auf. Die Wirkung zeigt sich nach ein bis zwei Wochen, das Maximum nach etwa vier Wochen. Laut IQWiG senken Statine das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ungefähr 30 Prozent; der Nutzen im Einzelfall hängt vom Ausgangsrisiko ab.

Worin sich Atorvastatin, Rosuvastatin und Simvastatin unterscheiden

Wirkstärke und Dosisbereiche

Laut Fachinformation senkt Atorvastatin mit 10 bis 80 mg das LDL-Cholesterin im Mittel um 41 bis 61 Prozent. Rosuvastatin senkt es mit 5 bis 40 mg um 45 bis 63 Prozent. Simvastatin senkt es mit 10 bis 80 mg um 30 bis 47 Prozent. Die S3-Leitlinie der DEGAM stuft Atorvastatin 40 bis 80 mg und Rosuvastatin 20 bis 40 mg als hochintensiv ein. Als moderat mit 30 bis 49 Prozent gelten Atorvastatin 10 bis 20 mg, Rosuvastatin 5 bis 10 mg und Simvastatin 20 bis 40 mg. Übliche Anfangsdosen sind 10 mg Atorvastatin, 5 oder 10 mg Rosuvastatin und 10 bis 20 mg Simvastatin. Angepasst wird frühestens nach vier Wochen.

Einnahmezeitpunkt

Simvastatin wird laut Fachinformation als Einzeldosis am Abend eingenommen. Atorvastatin und Rosuvastatin können zu jeder Tageszeit, mit oder ohne Mahlzeit, eingenommen werden.

Abbauweg und Wechselwirkungen

Simvastatin und Atorvastatin werden über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut. Hemmstoffe dieses Enzyms erhöhen die Spiegel und das Risiko für Muskelschäden. Bei Simvastatin sind starke CYP3A4-Hemmer wie Itraconazol, Clarithromycin, Erythromycin oder HIV-Protease-Hemmer kontraindiziert, ebenso Gemfibrozil, Ciclosporin und Danazol. Mit Amiodaron, Amlodipin, Verapamil oder Diltiazem soll die Simvastatin-Dosis 20 mg nicht überschreiten. Bei Atorvastatin sollen starke CYP3A4-Hemmer möglichst vermieden werden. Rosuvastatin wird kaum über dieses Enzym abgebaut, sondern über Transportproteine aufgenommen: Ciclosporin ist kontraindiziert, Ticagrelor und bestimmte HIV-Mittel erhöhen die Spiegel. Nennen Sie deshalb alle Medikamente, die Sie einnehmen.

Hohe Dosen und besondere Vorsicht

Simvastatin 80 mg ist nur bei schwerer Hypercholesterinämie und hohem Risiko vorgesehen: In einer Langzeitstudie trat darunter bei etwa 1 Prozent eine Myopathie auf, unter 20 mg bei 0,02 Prozent. Bei Trägern einer Variante des Gens SLCO1B1 ist das Risiko unter 80 mg erhöht; das BfArM hat dazu 2014 einen Hinweis in den Fachinformationen angeordnet. Rosuvastatin 40 mg ist erst vorgesehen, wenn 20 mg nicht ausreichen, zu Beginn unter fachärztlicher Überwachung. Diese Dosis ist unter anderem bei asiatischer Abstammung, mittelschwerer Nierenfunktionsstörung, Schilddrüsenunterfunktion oder gleichzeitiger Einnahme von Fibraten kontraindiziert. Für Atorvastatin 80 mg ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis nach einer früheren Hirnblutung oder einem lakunären Infarkt laut Fachinformation ungeklärt.

Atorvastatin oder Rosuvastatin: Wie die ärztliche Entscheidung fällt

Maßgeblich ist das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko. Die europäische Dyslipidämie-Leitlinie, von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie übernommen, nennt LDL-Zielwerte unter 2,6 mmol/l (100 mg/dl) bei mittlerem, unter 1,8 mmol/l (70 mg/dl) bei hohem und unter 1,4 mmol/l (55 mg/dl) bei sehr hohem Risiko, etwa nach einem Herzinfarkt; bei hohem und sehr hohem Risiko soll das LDL-Cholesterin zudem um mindestens die Hälfte sinken. Ein Statin mittlerer Intensität senkt es laut europäischer Leitlinie im Mittel um etwa 30 Prozent, ein hochpotentes um etwa 50 Prozent, zusammen mit Ezetimib um etwa 60 Prozent. Kontrolliert wird vier bis sechs Wochen nach Beginn oder Dosiserhöhung.

Wird eine Senkung um die Hälfte angestrebt, kommen deshalb vor allem Atorvastatin oder Rosuvastatin in hochintensiver Dosis infrage; Simvastatin erreicht selbst mit 80 mg im Mittel 47 Prozent. Für Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung empfiehlt die DEGAM ein Statin ab einem Zehnjahresrisiko von 20 Prozent bis zum Alter von 75 Jahren, als feste moderate Dosis; die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und weitere Fachgesellschaften tragen das nicht mit. Für moderate Dosen eignen sich alle drei Wirkstoffe, den Ausschlag geben dann Begleitmedikamente, Nierenfunktion und Verträglichkeit.

Nebenwirkungen und Warnzeichen

Die meisten Menschen vertragen Statine gut. Über Muskelbeschwerden berichteten in großen Studien 101 von 1000 Behandelten, unter einem Scheinmedikament 95 von 1000. Muskelschäden traten bei etwa 1 von 10.000 Menschen auf, die ein Jahr lang ein Statin einnahmen, häufiger bei hohen Dosen. Der Blutzucker kann leicht steigen. Die Leberwerte werden vor Beginn und je nach Wirkstoff im Verlauf kontrolliert.

Leichte Muskelbeschwerden besprechen Sie ärztlich, statt das Statin eigenmächtig abzusetzen; die DEGAM empfiehlt dann einen Auslassversuch, einen Wechsel oder eine niedrigere Dosis. Warnzeichen sind starke oder anhaltende Muskelschmerzen oder Muskelschwäche, besonders mit Fieber, sowie rötlich oder dunkel verfärbter Urin. Dann unterbrechen Sie die Einnahme und holen sofort ärztliche Hilfe, denn eine Rhabdomyolyse kann die Nieren schädigen. Auch eine Gelbfärbung von Haut oder Augen sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden, ebenso Doppelbilder, hängende Augenlider, neue Atemnot oder anhaltender trockener Husten.

Gegenanzeigen, Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

Alle drei sind bei aktiver Lebererkrankung oder ungeklärt dauerhaft erhöhten Leberwerten kontraindiziert, Atorvastatin zusätzlich mit den Hepatitis-C-Mitteln Glecaprevir/Pibrentasvir, Rosuvastatin zusätzlich bei schwerer Nierenfunktionsstörung, Myopathie sowie mit Ciclosporin oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir. Für Simvastatin gelten die oben genannten Begleitmedikamente. In Schwangerschaft und Stillzeit sind alle drei kontraindiziert, weil Cholesterin für die Entwicklung des ungeborenen Kindes notwendig ist. Frauen im gebärfähigen Alter müssen bei Atorvastatin und Rosuvastatin zuverlässig verhüten. Wer schwanger werden möchte oder eine Schwangerschaft vermutet, setzt das Statin aus und spricht mit der Ärztin oder dem Arzt. Kinder und Jugendliche mit erblich erhöhtem Cholesterin gehören in spezialisierte Behandlung; Atorvastatin darf unter 10 Jahren nicht angewendet werden, Rosuvastatin wird unter 6 Jahren nicht empfohlen. Online werden Minderjährige nicht behandelt.

Was bei einer Online-Behandlung möglich ist und was nicht

Bei einer Online-Behandlung beurteilt eine Ärztin oder ein Arzt Ihren medizinischen Fragebogen. Voraussetzung ist, dass erhöhte Blutfette oder ein hohes Herz-Kreislauf-Risiko bereits ärztlich festgestellt wurden und aktuelle Blutwerte vorliegen: Blutfette und Leberwerte, bei Rosuvastatin auch Nierenwerte. Nicht online möglich sind die erste Risikoabschätzung, Blutabnahmen und Laborkontrollen, die Abklärung akuter Muskelbeschwerden oder einer möglichen familiären Hypercholesterinämie sowie der Beginn mit Rosuvastatin 40 mg. Bei einem Kassenrezept zahlt die gesetzliche Krankenversicherung, Sie leisten die gesetzliche Zuzahlung. Bei einer Online-Behandlung tragen Sie ärztliche Prüfung und Arzneimittel selbst, abhängig von Wirkstoff, Stärke und Packungsgröße; bezahlt wird nur eine verschriebene Behandlung. Ob und welcher Wirkstoff verordnet wird, entscheidet die ärztliche Prüfung; es gelten die Fachinformation und die Packungsbeilage.

Häufige Fragen

Ist Rosuvastatin stärker als Atorvastatin?

Pro Milligramm ja: Rosuvastatin gilt ab 20 mg als hochintensiv, Atorvastatin ab 40 mg. In diesen Dosen senken beide das LDL-Cholesterin im Mittel um etwa die Hälfte oder mehr, im Einzelfall aber unterschiedlich stark. Welcher Wirkstoff passt, hängt daher eher von Begleitmedikamenten, Nierenfunktion und Verträglichkeit ab.

Kann ich von Simvastatin auf Atorvastatin oder Rosuvastatin wechseln?

Nur nach ärztlicher Entscheidung, etwa bei nicht erreichtem Zielwert, Nebenwirkungen oder einem neuen Medikament, das nicht mit Simvastatin kombiniert werden darf. Rosuvastatin beginnt laut Fachinformation auch nach einer Umstellung mit 5 oder 10 mg; der LDL-Wert wird nach vier bis sechs Wochen kontrolliert.

Was tun bei Muskelschmerzen unter einem Statin?

Leichte Beschwerden besprechen Sie ärztlich, meist wird dann die Kreatinkinase im Blut bestimmt. Starke Schmerzen mit Schwäche, Fieber oder dunklem Urin sind ein Grund, die Einnahme zu unterbrechen und sofort ärztliche Hilfe zu holen.

Darf ich unter Statinen Grapefruit essen?

Das IQWiG rät unter Statinen allgemein zum Verzicht auf Grapefruit. Laut Fachinformation ist Grapefruitsaft bei Simvastatin zu meiden, bei Atorvastatin sollen keine großen Mengen getrunken werden.

Quellen

  • Fachinformation Atorvastatin 10 bis 80 mg (Generikum), Stand Oktober 2025. fachinfo.de
  • Fachinformation Rosuvastatin 40 mg (Generikum), Stand Juli 2025. fachinfo.de
  • Fachinformation Simvastatin 10/20/40/80 mg (Generikum), Stand März 2026. fachinfo.de
  • DEGAM: S3-Leitlinie Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention, AWMF-Register-Nr. 053-024, Version 2.3. register.awmf.org
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie: Pocket-Leitlinie Dyslipidämien, Focused Update 2025. leitlinien.dgk.org
  • IQWiG, gesundheitsinformation.de: Wann sind Statine sinnvoll? gesundheitsinformation.de
  • Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker: BfArM zu hohen Simvastatin-Dosen (2014). abda.de
  • Bundesministerium für Gesundheit: Zugang zu Arzneimitteln und Zuzahlung. bundesgesundheitsministerium.de

Mehr zum Thema

Welche Cholesterinsenker ärztlich geprüft werden können und welche Blutwerte dafür nötig sind, lesen Sie auf unserer Seite zu Cholesterin. Weitere Beiträge erklären Folgerezepte und die Begleitung laufender Behandlungen.

Erhöhtes Cholesterin · Blutdrucksenker per Folgerezept · Ärztliche Begleitung bei einer laufenden Behandlung

Zum Behandlungsbereich Erhöhtes Cholesterin

Passende Präparate

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144).

Fragen zu Ihrer Gesundheit?

In unseren Behandlungsbereichen finden Sie verständliche Informationen. Zugelassene Ärzte prüfen Ihre Anfrage vertraulich.

Behandlungsbereiche ansehen