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Ratgeber

Asthma: Bedarfs- und Dauermedikation und wann ein Folgerezept online möglich ist

Mann hält ein Dosieraerosol zur Inhalation in der Hand

Fachlich geprüft vom medizinischen Team von Doctorcura am 26. September 2026, Stand: 24. September 2026 · So entstehen unsere Inhalte

Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Laut Robert Koch-Institut hatten 6,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland in der Befragung GEDA 2014/2015 nach eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten Asthma. Dieser Beitrag erklärt, worin sich Bedarfs- und Dauermedikamente unterscheiden, nennt Warnzeichen und zeigt, wann bei Asthma ein Folgerezept online nach ärztlicher Prüfung möglich ist und wann nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bedarfsmedikamente wie Salbutamol oder Terbutalin weiten die Bronchien innerhalb weniger Minuten, behandeln aber nicht die Entzündung.
  • Dauermedikamente enthalten meist ein inhalatives Kortikosteroid, allein oder mit einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum. Sie werden täglich angewendet, auch ohne Beschwerden.
  • Wer das Bedarfsmittel häufiger als zweimal pro Woche braucht (ohne Anwendung vor dem Sport), hat kein gut kontrolliertes Asthma; die Therapie gehört dann ärztlich überprüft.
  • Ein Folgerezept online setzt ein ärztlich diagnostiziertes, stabil eingestelltes Asthma voraus. Erstdiagnose, Lungenfunktionsprüfung und die Behandlung eines Anfalls sind online nicht möglich.

Zwei Medikamentengruppen, zwei Aufgaben

Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma beschreibt eine Behandlung nach Stufen, die sich nach der Asthmakontrolle richten. Bei Erwachsenen sollen inhalative Kortikosteroide die Basis der Langzeittherapie sein; ein geringer Bedarf an kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika gilt als wichtiges Therapieziel.

Bedarfsmedikation: schnelle Hilfe bei Beschwerden

Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika

Salbutamol und Terbutalin entspannen die Bronchialmuskulatur innerhalb weniger Minuten und lassen sich auch vorbeugend vor Anstrengung oder vorhersehbarem Allergenkontakt inhalieren. Für ein Salbutamol-Dosieraerosol nennt die Fachinformation bei Erwachsenen eine Einzeldosis von ein bis zwei Sprühstößen. Bessert sich die Atemnot nach fünf bis zehn Minuten nicht spürbar, kann eine weitere Einzeldosis folgen; hilft auch sie bei einem schweren Anfall nicht, muss unverzüglich ärztliche Hilfe geholt werden. Die Tagesgesamtdosis soll 1,2 mg Salbutamol, also zwölf Sprühstöße, nicht überschreiten; eine erhebliche Überschreitung kann gefährlich sein. Maßgeblich ist Ihre ärztliche Verordnung.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Häufigste Nebenwirkungen von Salbutamol sind laut Fachinformation Zittern, Übelkeit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Herzklopfen. Mehr dazu im Beitrag Salbutamol: Zittern und Herzklopfen. Gegenanzeigen sind Überempfindlichkeit und die gleichzeitige Behandlung mit Betablockern, die einen Bronchospasmus auslösen können. Vorsicht ist unter anderem geboten bei schweren Herzerkrankungen, schwerem, unbehandeltem Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion oder schwer einstellbarem Diabetes. Für Terbutalin nennt die Fachinformation als Gegenanzeigen Überempfindlichkeit, Schilddrüsenüberfunktion, Herzrasen, eine Form der Herzmuskelverdickung (idiopathische hypertrophe subvalvuläre Aortenstenose) und Phäochromozytom.

Steigender Bedarf ist ein Warnsignal

Laut Fachinformation deutet vermehrter Gebrauch auf eine schlechtere Asthmakontrolle hin; übermäßiger Gebrauch erhöht das Risiko schwerer Exazerbationen. Wer häufiger als zweimal pro Woche inhaliert, den Sport nicht mitgezählt, sollte ärztlich neu beurteilt werden.

Dauermedikation: die Entzündung behandeln

Inhalative Kortikosteroide

Inhalative Kortikosteroide wie Fluticasonpropionat schwächen bei täglicher Anwendung die Entzündung ab und beugen Anfällen vor, auch wenn die Beschwerden nachlassen. Sie können Heiserkeit und Pilzinfektionen im Mund begünstigen; deshalb wird der Mund nach der Inhalation ausgespült. Systemische Wirkungen sind viel unwahrscheinlicher als unter Kortisontabletten, bei hohen Dosen über längere Zeit aber möglich; angestrebt wird daher die niedrigste wirksame Dosis. Eine Reduktion setzt nach der NVL mindestens drei Monate Asthmakontrolle voraus; jedes Beenden einer Kortikosteroid-Langzeittherapie gilt als mögliche Gefährdungssituation.

Kombination mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika

Reicht das nicht aus, sieht das Stufenschema für Erwachsene bevorzugt eine Kombination aus Kortikosteroid und langwirksamem Beta-2-Sympathomimetikum vor, etwa Salmeterol mit Fluticasonpropionat. Sie wird regelmäßig angewendet und ersetzt nicht das Bedarfsmittel. Laut Fachinformation soll sie nicht während einer Exazerbation begonnen und nicht plötzlich abgebrochen werden. Ein langwirksames Beta-2-Sympathomimetikum ohne Kortikosteroid lehnt die NVL ab, weil es die Beschwerden kaschiert, während die Entzündung weiterbesteht.

Montelukast als Zusatz

Montelukast, ein Leukotrienrezeptor-Antagonist, ist als 10-mg-Filmtablette laut Fachinformation ab 15 Jahren als Zusatz zugelassen, wenn ein leichtes bis mittelgradiges Asthma mit inhalativem Kortikosteroid und Bedarfsmittel nicht ausreichend kontrolliert ist, außerdem zur Vorbeugung von Belastungsasthma. Es hilft nicht beim akuten Anfall und darf ein Kortikosteroid nicht abrupt ersetzen. Seit 2019 verlangen die europäischen Arzneimittelbehörden einen Warnhinweis zu neuropsychiatrischen Ereignissen: Berichtet wurden etwa Verhaltensänderungen, Depressionen, Suizidalität, Albträume und Schlaflosigkeit. Treten solche Symptome auf, sollte die Behandlung abgebrochen und ärztlicher Rat eingeholt werden.

Warnzeichen: wann Sie sofort Hilfe brauchen

Bei akuter Atemnot gilt Ihr Asthma-Aktionsplan nach NVL: Bedarfsmedikation anwenden, atmungserleichternde Haltung und Lippenbremse einsetzen, Wirkung prüfen; bleibt sie aus, folgen weitere Schritte bis zum Anruf in der Praxis oder beim Notruf 112. Unverzüglich ärztliche Hilfe brauchen Sie bei rasch zunehmender Atemnot und Zeichen eines schweren Anfalls nach der NVL: Sprechen in ganzen Sätzen nicht mehr möglich, sehr schnelle Atmung, schneller Puls. Bei bläulichen Lippen, kaum hörbarem Atemgeräusch oder flacher, erschöpfter Atmung besteht Lebensgefahr: Wählen Sie sofort den Notruf 112. Alarmzeichen sind auch ein nachlassendes Ansprechen auf das Bedarfsmittel, Brustschmerzen bei Herzerkrankung und ein sofort stärkeres Pfeifen nach der Inhalation, der paradoxe Bronchospasmus.

Wann ein Folgerezept bei Asthma online möglich ist

Die ärztlichen Berufsordnungen (Vorbild: § 7 Absatz 4 der Musterberufsordnung) erlauben im Einzelfall eine ausschließliche Fernbehandlung, wenn dies ärztlich vertretbar ist, die erforderliche Sorgfalt gewahrt bleibt und Sie über die Besonderheiten aufgeklärt werden. Ein Folgerezept für eine bekannte, gut eingestellte Asthmatherapie kann diese Voraussetzungen erfüllen.

Voraussetzungen für die Online-Anfrage

Im medizinischen Fragebogen auf der Seite Asthmabehandlung mit ärztlicher Prüfung geben Sie Diagnose, bisherige Behandlung mit Wirkstoff, Stärke und Inhalationssystem sowie aktuelle Beschwerden an. Voraussetzung ist in der Regel ein Asthma, das nach den Kriterien der NVL gut kontrolliert ist und zuletzt keine Exazerbation hatte. Die ärztliche Prüfung entscheidet, ob ein Folgerezept vertretbar ist; Rückfragen und eine Ablehnung sind möglich. Für alle verschreibungspflichtigen Wirkstoffe gelten die Fachinformation und die Packungsbeilage.

Was online nicht möglich ist

Wer erstmals Atemnot, pfeifende Atmung oder anhaltenden Husten hat, braucht eine persönliche Untersuchung, denn die Diagnose wird mit Lungenfunktionsprüfung und Reversibilitätstest gesichert. Ein akuter Anfall gehört nicht in eine Online-Anfrage. Ist das Asthma nicht kontrolliert, sollen nach der NVL vor einer Intensivierung Inhalationstechnik, Therapietreue, Schulungsbedarf und Diagnose überprüft werden, in der Regel in der behandelnden Praxis. Regelmäßige Kontrollen, Schulung und ein individueller Asthma-Aktionsplan werden durch ein Online-Folgerezept nicht ersetzt. Anleitungen zum Inhalieren bietet die Deutsche Atemwegsliga.

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

Die NVL rät, die Asthmatherapie in der Schwangerschaft nicht aus Sorge vor Nebenwirkungen zu reduzieren, weil eine schlechte Asthmakontrolle für Mutter und Kind schwerer wiegt. Die Fachinformationen verlangen dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung in Schwangerschaft und Stillzeit; geben Sie beides im Fragebogen immer an. Bei unzureichender Kontrolle sollen Pneumologie und Frauenheilkunde gemeinsam betreuen, was online nicht möglich ist. Für Kinder und Jugendliche gelten eigene Stufenschemata und Zulassungen; ihre Behandlung gehört in die kinder- und jugendärztliche Praxis.

Kosten

Verordnet eine Kassenpraxis ein Asthmamittel, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten nach § 31 SGB V; Erwachsene leisten eine Zuzahlung. Bei Doctorcura erhalten Sie ein Privatrezept; ob eine private Krankenversicherung zahlt, hängt vom Tarif ab. Die Kosten richten sich nach Wirkstoff, Stärke, Packungsgröße und Inhalationssystem. Wird nichts verordnet, fallen keine Kosten an.

Häufige Fragen

Kann ich für mein Bedarfsspray online ein Folgerezept bei Asthma anfragen?

Ja, wenn Ihr Asthma ärztlich diagnostiziert und gut kontrolliert ist; die Entscheidung trifft die ärztliche Prüfung.

Darf ich das Kortison-Spray weglassen, wenn ich beschwerdefrei bin?

Nicht auf eigene Faust. Beschwerdefreiheit ist meist das Ergebnis der Dauertherapie. Reduziert wird frühestens nach drei Monaten guter Kontrolle, schrittweise und unter ärztlicher Kontrolle.

Ist Montelukast eine Alternative zum Kortison-Spray?

Ab 15 Jahren soll Montelukast nach der NVL nicht allein eingesetzt werden, es sei denn, ein inhalatives Kortikosteroid kann nicht angewendet werden oder wird nicht vertragen. Zugelassen ist es als Zusatz und zur Vorbeugung von Belastungsasthma.

Woran erkenne ich, dass mein Asthma nicht gut kontrolliert ist?

Die NVL nennt für Erwachsene vier Kriterien für die letzten vier Wochen: Beschwerden am Tag und Bedarfsmittel jeweils häufiger als zweimal pro Woche (Anwendung vor dem Sport ausgenommen), nächtliches Erwachen und Einschränkungen im Alltag. Trifft keines zu, ist das Asthma gut kontrolliert; bei ein oder zwei Treffern teilweise kontrolliert, bei drei oder vier unkontrolliert.

Quellen

  • NVL-Programm (BÄK, KBV, AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Langfassung, Version 5.0, 2024. register.awmf.org
  • IQWiG, gesundheitsinformation.de: Medikamente für Menschen mit Asthma. gesundheitsinformation.de
  • Robert Koch-Institut: 12-Monats-Prävalenz von Asthma bronchiale bei Erwachsenen, Journal of Health Monitoring 3/2017. rki.de
  • Fachinformation Salbutamol 0,1 mg pro Sprühstoß, Druckgasinhalation, Stand Januar 2024. Fachinformation (PDF)
  • Fachinformation Terbutalin 0,5 mg Pulver zur Inhalation, Stand Februar 2023. fachinfo.de
  • Fachinformation Montelukast 10 mg Filmtabletten, Stand September 2023. Fachinformation (PDF)
  • Europäische Kommission, Unionsregister: Fachinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Pulver zur Inhalation, 2022. ec.europa.eu
  • EMA, CMDh: Montelukast, PSUSA/00002087/201807, wissenschaftliche Schlussfolgerungen, 2019. ema.europa.eu
  • BfArM: CMDh-Position zu Montelukast, deutsche Fassung, 2019. bfarm.de
  • Bundesärztekammer: Fragenkatalog zur Fernbehandlung (§ 7 Absatz 4 MBO-Ä). bundesaerztekammer.de
  • Deutsche Atemwegsliga e. V.: Richtig inhalieren. atemwegsliga.de
  • § 31 SGB V, Arznei- und Verbandmittel. gesetze-im-internet.de

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Wie die Anfrage abläuft und welche Wirkstoffe nach ärztlicher Prüfung infrage kommen, lesen Sie auf der Behandlungsseite.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144).

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