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Ratgeber

Periode verschieben mit Tabletten: Norethisteron, Einnahme und Alternativen

Frau hält eine Tablettendose und einen Kalender mit markierten Zyklustagen

Fachlich geprüft vom medizinischen Team von Doctorcura am 26. September 2026, Stand: 24. September 2026 · So entstehen unsere Inhalte

Ein Urlaub, ein Wettkampf oder eine Hochzeit: Manchmal fällt die Periode genau auf einen Termin, an dem sie stört. Wer die Periode verschieben möchte, denkt meist an Tabletten mit einem Gestagen. Laut der britischen Fachinformation, auf der die folgenden Angaben beruhen, ist der Wirkstoff Norethisteron unter anderem dafür vorgesehen. Dieser Beitrag erklärt Einnahme, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Alternativen und warum vorher eine ärztliche Prüfung nötig ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Solange Sie Norethisteron einnehmen, bleibt die Blutung in der Regel aus. Nach dem Absetzen setzt sie laut Fachinformation meist nach zwei bis drei Tagen ein.
  • Die Fachinformation nennt dreimal täglich eine Tablette zu 5 mg, beginnend drei Tage vor der erwarteten Periode, für höchstens 10 bis 14 Tage.
  • Norethisteron ist kein Verhütungsmittel. Eine Schwangerschaft muss vorher ausgeschlossen sein, in Schwangerschaft und Stillzeit ist es nicht anzuwenden.
  • Norethisteron wird im Körper teilweise zu Ethinylestradiol umgewandelt. Deshalb gelten die Warnhinweise der Kombinationspille, und nach einer Thrombose kommt es nicht infrage.
  • Mit einer Einphasenpille lässt sich die Blutung oft ohne zusätzliche Tabletten verschieben.

Periode verschieben mit Tabletten: So wirkt Norethisteron

In der zweiten Zyklushälfte bildet der Gelbkörper im Eierstock zunehmend Progesteron, das Gelbkörperhormon. Unter seinem Einfluss wird die Gebärmutterschleimhaut dicker. Bleibt eine Schwangerschaft aus, geht der Gelbkörper zugrunde, der Progesteronspiegel fällt ab und die Schleimhaut wird mit der Periode abgestoßen.

Norethisteron ist ein Gestagen mit ähnlicher Wirkung wie Progesteron. Wird es eingenommen, bevor der körpereigene Hormonspiegel abfällt, bleibt die Schleimhaut erhalten und die Blutung setzt erst nach der letzten Tablette ein.

Einnahme laut Fachinformation

Beginn, Dosierung und Dauer

Zum Verschieben der Menstruation nennt die Fachinformation eine Tablette zu 5 mg dreimal täglich, beginnend drei Tage vor dem erwarteten Einsetzen der Periode. Die Einnahme soll nicht länger als 10 bis 14 Tage dauern.

Nach dem Absetzen

Laut Fachinformation setzt die Periode zwei bis drei Tage nach der letzten Tablette ein. Bleibt die Blutung aus, muss vor einer erneuten Einnahme eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Machen Sie dann einen Schwangerschaftstest und holen Sie ärztlichen Rat ein.

Nebenwirkungen

Häufig, also bei einer von 100 bis einer von 10 Anwenderinnen, sind laut Fachinformation Kopfschmerzen, Übelkeit und Wassereinlagerungen. Gelegentlich kommt es zu Migräne, selten zu Überempfindlichkeitsreaktionen, Nesselsucht oder Hautausschlag, sehr selten zu Sehstörungen oder Atemnot. Mit unbekannter Häufigkeit sind Schwindel, Bauchschmerzen, eine Verschlechterung einer bestehenden Depression, Gallenstau und Gelbsucht beschrieben.

Wann Norethisteron nicht infrage kommt

Gegenanzeigen laut Fachinformation

Die Fachinformation schließt die Anwendung unter anderem aus bei bekannter oder vermuteter Schwangerschaft, in der Stillzeit, bei einer bestehenden oder früheren Thrombose oder Lungenembolie, bei einer aktiven oder kurz zurückliegenden arteriellen Gefäßerkrankung wie Herzinfarkt oder Angina pectoris, bei hohem Thromboserisiko, bei Migräne mit neurologischen Ausfällen und bei Diabetes mit Gefäßschäden. Weitere Gegenanzeigen sind schwere Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben, Lebertumoren, hormonabhängige bösartige Tumoren wie Brustkrebs, ungeklärte Blutungen aus der Scheide und eine unbehandelte Verdickung der Gebärmutterschleimhaut.

Thromboserisiko: Warum die Regeln der Pille gelten

Norethisteron wird im Körper teilweise zu Ethinylestradiol umgewandelt, dem Östrogen vieler Kombinationspillen. Laut Fachinformation entspricht ein Milligramm Norethisteron dabei etwa 4 bis 6 Mikrogramm Ethinylestradiol, bei 15 mg am Tag also rechnerisch etwa 60 bis 90 Mikrogramm. Deshalb gelten die Warnhinweise der Kombinationspille auch hier, vor allem zum Risiko von Blutgerinnseln. Als Risikofaktoren nennt die Fachinformation unter anderem höheres Alter, einen Body-Mass-Index über 30, Thrombosen bei nahen Angehörigen, längere Bettlägerigkeit, größere Operationen, Rauchen, Bluthochdruck und Migräne. Auch häufige Reisen mit langem Sitzen gelten als Risikofaktor für eine Thrombose. Das ist wichtig, weil die Periode oft gerade für eine Reise verschoben wird.

Schwangerschaft, Stillzeit und Verhütung

Norethisteron schützt nicht vor einer Schwangerschaft. Haben Sie während der Einnahme Geschlechtsverkehr, brauchen Sie eine zusätzliche Verhütung, zum Beispiel Kondome. Die Fachinformation beschränkt das Verschieben auf Frauen, bei denen im Behandlungszyklus kein Schwangerschaftsrisiko besteht. In der Schwangerschaft ist es ausgeschlossen, und weil es in die Muttermilch übergehen kann, auch in der Stillzeit. Für Kinder ist es nicht vorgesehen.

Wechselwirkungen

Einige Arzneimittel beschleunigen den Abbau von Sexualhormonen und können die Wirkung abschwächen. Die Fachinformation nennt unter anderem Phenytoin, Carbamazepin, Primidon, Barbiturate, Rifampicin, einige HIV-Mittel und Johanniskraut. Mit der Kombination aus Ombitasvir, Paritaprevir, Ritonavir und Dasabuvir gegen Hepatitis C darf Norethisteron nicht angewendet werden. Geben Sie deshalb alle Arzneimittel an, auch pflanzliche.

Alternativen zu Norethisteron

Die Pille ohne Pause weiternehmen

Bei Einphasenpillen, die in jeder Tablette dieselbe Hormonmenge enthalten, lässt sich die Blutung hinausschieben, indem Sie die Einnahmepause oder die wirkstofffreien Tabletten auslassen, sofern die Packungsbeilage Ihrer Pille das vorsieht. Bei Mehrphasenpillen gilt das nicht ohne Weiteres, weil dort die Reihenfolge der Tabletten wichtig ist. Zu Beginn sind Zwischenblutungen etwas häufiger. Laut der S3-Leitlinie zur hormonellen Empfängnisverhütung verhütet der Langzyklus ebenso sicher wie die herkömmliche Einnahme, und es gibt keinen Hinweis auf unterschiedliche Gesundheitsrisiken. Auch die Pille erhöht das Thromboserisiko: Nach der Bewertung durch EMA und BfArM erleiden pro Jahr etwa 2 von 10.000 Frauen ohne hormonelle Verhütung eine venöse Thromboembolie, mit einer Kombinationspille, die Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat enthält, etwa 5 bis 7 von 10.000, mit anderen Gestagenen bis etwa 12 von 10.000. Für Norethisteron-Tabletten zu 5 mg nennen die Quellen keine vergleichbaren Zahlen. Besprechen Sie das Vorgehen vorher ärztlich.

Was online möglich ist und was nicht

Norethisteron ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Bei einer Online-Anfrage beantworten Sie einen medizinischen Fragebogen, eine zugelassene Ärztin oder ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt nur bei Eignung ein Rezept aus. Ob ein Präparat für Sie infrage kommt, entscheidet die ärztliche Prüfung, und für die Anwendung gelten die Fachinformation und die Packungsbeilage des verordneten Präparats.

Die Fachinformation sieht vor Behandlungsbeginn eine vollständige Erhebung der eigenen und familiären Vorgeschichte sowie eine körperliche Untersuchung vor. Eine Untersuchung ist online nicht möglich. Deshalb kommt es auf vollständige Angaben zu Thrombosen in der Familie, Migräne, Blutdruck, Gewicht, Rauchen und Medikamenten an. Ungeklärte Blutungen oder ein Verdacht auf Schwangerschaft lassen sich online nicht abklären; dafür ist eine frauenärztliche Praxis der richtige Weg. Eine Online-Anfrage ist nur für Erwachsene möglich. Planen Sie genug Zeit für Prüfung und Versand ein, denn die Tabletten müssen drei Tage vor der erwarteten Periode vorliegen.

Warnzeichen: Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Holen Sie sofort ärztliche Hilfe bei Anzeichen eines Blutgerinnsels: Schmerzen, Schwellung oder warme, gerötete Haut an einem Bein, plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder Blut beim Husten. Dasselbe gilt bei plötzlicher Schwäche oder Taubheit einer Körperseite, Sprachstörungen oder plötzlichem Sehverlust, möglichen Zeichen eines Schlaganfalls, sowie bei starken Oberbauchschmerzen. Bei Verdacht auf eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall wählen Sie den Notruf 112. Laut Fachinformation ist die Einnahme außerdem sofort zu beenden bei erstmals auftretenden migräneartigen oder ungewöhnlich starken Kopfschmerzen, plötzlichen Seh- oder Hörstörungen, Gelbsucht, einem deutlichen Blutdruckanstieg, einer Schwangerschaft, längerer Bettlägerigkeit und wenn in den nächsten sechs Wochen eine Operation geplant ist.

Häufige Fragen

Wie lange vorher muss ich mit der Einnahme beginnen?

Laut Fachinformation drei Tage vor dem erwarteten Einsetzen der Periode. Den genauen Beginn und die Dauer legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Um wie viele Tage lässt sich die Periode verschieben?

Die Blutung bleibt in der Regel aus, solange Sie die Tabletten einnehmen. Die Fachinformation begrenzt die Einnahme auf höchstens 10 bis 14 Tage. Danach setzt die Periode meist nach zwei bis drei Tagen ein.

Schützen die Tabletten vor einer Schwangerschaft?

Nein. Verwenden Sie während der Einnahme eine zusätzliche Verhütung, zum Beispiel Kondome. Eine bestehende Schwangerschaft muss vorher ausgeschlossen sein.

Kann ich meine Periode auch mit der Pille verschieben?

Bei einer Einphasenpille ist das oft möglich, indem Sie ohne Pause mit der nächsten Packung beginnen. Bei Mehrphasenpillen gilt das nicht ohne Weiteres. Klären Sie das Vorgehen vorher ärztlich.

Gibt es Tabletten zum Verschieben der Periode ohne Rezept?

Nein. Norethisteron ist in Deutschland verschreibungspflichtig und wird nur nach ärztlicher Prüfung verordnet.

Quellen

  • Britische Fachinformation (Summary of Product Characteristics) für Norethisteron 5 mg Tabletten, Stand Dezember 2018. medicines.org.uk
  • NHS Specialist Pharmacy Service: Choosing a medicine to delay periods. sps.nhs.uk
  • AWMF: S3-Leitlinie Hormonelle Empfängnisverhütung, Registernummer 015/015, Stand September 2020, Gültigkeit abgelaufen, Überarbeitung angemeldet. register.awmf.org
  • Frauenärzte im Netz (Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte mit der DGGG): Pille, Kombi-Pille, Mikropille. frauenaerzte-im-netz.de
  • BfArM: Venöse Thromboembolien und kombinierte hormonale Kontrazeptiva. bfarm.de
  • EMA: Combined hormonal contraceptives, Referral. ema.europa.eu
  • gesundheitsinformation.de (IQWiG): Tiefe Venenthrombose. gesundheitsinformation.de
  • gesundheitsinformation.de (IQWiG): Corpus luteum. gesundheitsinformation.de
  • Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). gesetze-im-internet.de

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112 (Schweiz: 144).

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